Eine Fehlbetankung kostet im besten Fall so viel wie eine Tankfüllung extra und im schlechtesten so viel wie ein gebrauchter Kleinwagen. Dazwischen liegen oft nur ein paar hundert Meter Fahrt.
Die drei Kostenstufen
Stufe 1: Abpumpen vor Ort, 150 bis 350 Euro. Der Motor wurde nicht oder nur sehr kurz gestartet. Ein mobiler Dienst pumpt ab, spült und Sie fahren weiter. Dazu kommt der verlorene Kraftstoff.
Stufe 2: Abschleppen und Werkstatt, 800 bis 2.500 Euro. Das Fahrzeug wird in eine Werkstatt gebracht, der Tank ausgebaut oder entleert, das System gespült, Filter getauscht. Teuer ist hier vor allem die Arbeitszeit, dazu kommen Abschleppkosten und Tage ohne Auto.
Stufe 3: Reparatur des Einspritzsystems, 3.000 bis 8.000 Euro. Der Motor lief so lange, dass Bauteile Schaden genommen haben. Beim Diesel sind das Hochdruckpumpe, Injektoren und Leitungen, beim Benziner Katalysator und Sonden. Bei älteren Fahrzeugen übersteigt das schnell den Restwert.
Eine Gegenüberstellung nach Situation finden Sie auf unserer Kostenseite.
Wer zahlt?
In aller Regel Sie selbst. Eine Fehlbetankung gilt als Bedienfehler.
- Kfz-Haftpflicht: nicht zuständig, sie deckt nur Schäden bei anderen.
- Teil- und Vollkasko: schließen Betriebsschäden üblicherweise aus. Einzelne neuere Tarife enthalten einen Zusatzbaustein für Fehlbetankung. Ein Blick in die Bedingungen lohnt sich.
- Schutzbrief und Automobilclub: übernehmen teils das Abpumpen oder das Abschleppen, oft bis zu einer Höchstgrenze. Fragen Sie vorab, ob Sie den Dienstleister frei wählen dürfen.
- Miet- und Firmenwagen: Hier gelten die Vertragsbedingungen. Melden Sie den Vorfall sofort und fahren Sie auf keinen Fall weiter. Wer einen bekannten Fehler verschweigt, riskiert den Vorwurf grober Fahrlässigkeit.
Dies ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechts- oder Versicherungsberatung. Verbindlich sind Ihre Vertragsunterlagen.
Warum es so oft passiert
Schätzungen zufolge tanken in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Autofahrer falsch. Typische Auslöser, die wir am Telefon hören:
- ungewohntes Fahrzeug: Mietwagen, Firmenwagen, das Auto des Partners
- Umstieg von Benziner auf Diesel oder umgekehrt
- Ablenkung durch Telefon, Kinder, Zeitdruck
- Tanken im Ausland, wo Farben und Bezeichnungen abweichen
- nebeneinanderliegende Stutzen für Diesel und AdBlue
So vermeiden Sie den Fehler
- Vor dem Griff zur Zapfpistole die Sorte an der Säule lesen, nicht nur auf die Farbe achten.
- Einen Aufkleber mit der Kraftstoffart in die Tankklappe kleben.
- Bei fremden Fahrzeugen in Fahrzeugschein oder Tankklappe nachsehen.
- Für Diesel einen Fehlbetankungsschutz nachrüsten. Viele neuere Modelle haben ihn ab Werk.
- Beim Tanken das Telefon in der Tasche lassen.
Und wenn es doch passiert ist: Motor aus lassen und die Schritte der Reihe nach abarbeiten.
